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Der zweitletzte Kurlimuser

Kurlimuser nennt sich mein von 2010 bis 2023 selber angebaute und produzierte Muscat Bleu PIWI-Wein aus Oberwinterthur. Man kann alles nachlesen im Kurlimuser-Blog. Mittlerweile habe ich das Grundstück verkauft. Es war eine schöne Zeit, aber auch anstrengend und brauchte auf neudeutsch viel Resilienz. Dafür begann ich danach über Wein zu schreiben und mein Weinbuch „Auge – Nase – Gaumen“ ist jetzt erschienen!

Der letzte gekelterte Jahrgang war 2021. Von dem nahm ich einige Flaschen mit in mein neues Domizil. Und jetzt kam die zweitletzte Flasche dran. 4 1/2 Jahre nach der Ernte. Noch tip-top! Erstaunlich für so einen einfachen Wein, den ich ohne professionelle Hilfsmittel herstellte.

  • Tiefe Farbe.
  • Der Geruch unverkennbar Muscat Bleu. Floral und fruchtig.
  • Wenig komplex, dafür intensiv.
  • Struktur (Säure und Tannin) erstaunlich anständig.
  • Kalt aus dem Kühlschrank am besten.

Kleine Fotostrecke

Etwas über PIWI Wein (Auszug aus meinem Weinbuch)

Ein weiterer starker Trend sind die sogenannten PIWI Reben (pilzwiderstandsfähige Reben). Das sind allesamt Neuzüchtungen durch Kreuzungen, welche grösstenteils resistent sind gegen echten und falschen Mehltau – die weitaus gefürchtetsten Rebenkrankheiten. Dadurch werden keine oder fast keine Pestizide mehr gebraucht. Selbst Schwefel und Kupfer gehören im Rebberg der Vergangenheit an. PIWI Trauben sind vor allem in den kühleren und feuchteren Gebieten wie zum Beispiel der Schweiz stark im Kommen, weil dort der Pilzdruck am grössten ist. Diese Züchtungen sind sehr zeitintensiv und können bis zu 20 Jahre dauern. Die Weine aus PIWI Trauben haben zum Teil ungewohnte und auch eintönige Aromen, weshalb sie oft mit konventionellen Trauben gemischt werden oder speziell vinifiziert werden. PIWI Weine sind vor allem im deutsch-sprachigen Raum ein relativer Hype. Der PIWI-Anteil ist aber auch da mit ca. 3% [1] noch klein. Ich habe selbst über 10 Jahre lang einen Mikroweinberg mit Muscat Bleu PIWI Reben aufgebaut.

bekannte PIWI Rebsorten
rotweiss
RegentSouvignier gris
Cabernet JuraSolaris
DivicoJohanniter
Maréchal FochSeyval blanc
Muscat BleuMuscaris
Léon MillotCabernet Blanc  

Nach diesen Ausführungen über die Herstellungsmethoden des Weins und die Herkunft seiner Farbe, kehren wir jetzt zurück zur Beurteilung des Weins im Glas, und zwar zu seiner Farbe. Bisher sprachen wir über Klarheit und Farbtiefe. Jetzt geht es um die Farbe selbst. Als Erstes soll man sich immer fragen, ob die Farbe eher auf der kühlen oder warmen Seite ist.


[1] CH Stand 2024 (Vinum)

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